Anfang Juni bewegen gleich zwei große Sicherheitsthemen Europa, Luxemburg und die CFL. Die Rede ist zum einen vom International Level Crossing Awareness Day (ILCAD), der heuer am 9. Juni 2026 erneut an das richtige Verhalten an Bahnübergängen erinnert. Ein wichtiges Thema, denn auch heute führt das regelwidrige Verhalten zu Situationen mit tödlichem Ausgang oder zu größeren Störungen des Zugverkehrs.

2026 steht das Thema des Überquerens von Gleisen durch Unbefugte ebenfalls im Mittelpunkt der Sensibilisierungsaktionen am sogenannten TRESPAD (Trespassing Awareness Day) am 10. Juni. Knapp 700 Mal, mehr als zwei Mal am Tag, beobachtete das CFL-Personal 2025 Kundinnen und Kunden beim Überqueren der Gleise oder beim unbefugten „Spaziergang“ an den Gleisen.

700 Situationen, die jederzeit tödlich hätten enden können – vor „Publikum“. Mehr als die Hälfte der Vorfälle ereigneten sich in Bahnhöfen vor den Augen anderen Kundinnen und Kunden, viele davon auch Kinder und Jugendliche. Frei nach dem Motto „Der kürzeste Weg ist und bleibt eine Gerade“ entschließen sich viele gegen den etwas längeren Weg durch die Unterführung und für die tödliche Abkürzung über die Schienen, um zum gegenüberliegenden Gleis und Bahnsteig zu gelangen.

Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen: Schätzungen der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA) zufolge sind fast zwei Drittel (65 %) der tödlichen Unfälle auf europäischen Bahnstrecken auf unbefugte Personen auf oder in der Nähe der Gleise zurückzuführen. Etwa ein Viertel (25 %) ereignet sich an Bahnübergängen. Im Fall der Fälle nicht nur ein Drama für die Familien der Hinterbliebenen, sondern ebenfalls – und vor allem in Bahnhöfen – sowohl für das anwesende CFL-Personal sowie die Kunden vor Ort.

2025 sind durch unbefugte Personen im Gleisbereich knapp 16.000 Minuten Verspätung und 300 Zugausfälle angefallen. Im vergangenen Jahr wurden infolge unangemessenen Verhaltens Dritter an Bahnübergängen insgesamt 4.371 Minuten Verspätung sowie 67 Zugausfälle verzeichnet.


Was macht die CFL?

Die CFL sensibilisiert – jedes Jahr aufs Neue. Auch in diesem Jahr mit einer so einfachen wie klaren Aussage: „Überquere nicht die Gleise, nutze die Unterführung. Dein Leben hängt davon ab.“


Richtiges Verhalten an Bahnübergängen: Auch 2026 wird sensibilisiert

Die Fakten in Kürze:

  • 2026 wird bereits zum 18. Mal international an das richtige Verhalten an Bahnübergängen erinnert.
  • In Luxemburg befinden sich Ende 2025 noch 82 Bahnübergänge im Primärtnetz.
  • Die CFL baut jedes Jahr ein bis zwei Bahnübergänge ab.
  • Zwischen 2015 und 2025 endeten sieben Unfälle an Bahnübergängen tödlich.

Damit Sie sicher an Bahnübergängen unterwegs sind, hier noch einmal die Regeln in Kürze:

  1. Halten Sie an, sobald die roten Lichter blinken und/oder das akustische Warnsignal in der Nähe des Bahnübergangs ertönt.
  2. Warten Sie bei Stau vor den geöffneten Schranken, bis Sie den Bahnübergang vollständig und ohne Unterbrechung überqueren können. So stellen Sie sicher, dass Ihr Fahrzeug nicht auf den Gleisen stehen bleibt.
  3. Wenn Sie dennoch auf den Gleisen blockiert sein sollten: Durchbrechen Sie die Schranken mit Ihrem Fahrzeug. Sollbruchstellen ermöglichen Ihnen, den Gefahrenbereich zu verlassen.
  4. Wenn Sie feststellen, dass ein Fahrzeug auf den Gleisen steht, rufen Sie den Notruf 112 an und geben Sie die Nummer des Bahnübergangs an. Diese ist neben jedem Bahnübergang vermerkt.

Zur Erinnerung: Ein Zug kann bis zu 1.200 Meter benötigen, um zum Stillstand zu kommen. Selbst wenn der Lokführer Ihr Fahrzeug auf den Gleisen sieht, kann eine Notbremsung den Aufprall nur selten verhindern.


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