Schließung einer Bahnstrecke – hinter den Kulissen

Einfach erklärt
// 4 September 2018

Die Schließung eines Streckenabschnittes, eines Gleises oder einer vollständigen Zuglinie kann unvorhergesehenerweise geschehen. Zu den Gründen können ein Materialschaden oder irgendeine andere externe Ursache zählen. Meistens ist eine Schließung jedoch geplant. Unter anderem im Hinblick auf eine Baustelle ist eine gründliche Organisation unabdinglich, vor allem zu Gunsten der Bahnkunden selbst.

Um die durch die Schließung verursachten Unannehmlichkeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken, bereitet die CFL bis zu mehrere Jahre im Voraus die Fahrpläne der zu schließenden Zuglinien vor und plant die dazu vorgesehenen Schienenersatzverkehrsmaßnahmen.

Zunächst reicht die Administration des chemins de fer (ACF) der CFL ein Anpassungsprojekt des von der Schließung betroffenen Bahnverkehrs ein. Die CFL übernimmt so die für das Projekt notwendigen Änderungen und erstellt zugleich einen angepassten Fahrplan.

Damit die Schienenersatzverkehrsmaßnahmen zum gewünschten Zeitpunkt eingesetzt werden können, wird im Voraus eine Aufstellung der zur Verfügung stehenden Busse und Fahrer erarbeitet. Da die Anzahl der CFL-Busse beschränkt ist, werden öfters externe Gesellschaften einberufen. Um den Bedarf an Bussen und Zügen zu decken, werden auf jeder Strecke regelmäßige Zählungen durchgeführt.

Vor allem achtet die CFL darauf, die belgischen, französischen und deutschen Eisenbahngesellschaften hinzuzuziehen, um zu vermeiden, dass eine vorgesehene CFL-Baustelle in angrenzende Bahnarbeiten eingreift. Auch wird jede weitere Baustelle berücksichtigt, die in Bahnnähe unternommen wird, wie zum Beispiel die der Straßenbauverwaltung.

Traditionell fasst die CFL mehrere Arbeiten zusammen, um die Sperrzeiten bestmöglich zu nutzen. Um die Unannehmlichkeiten, die sich daraus ergeben können, zu beschränken, werden die Bauarbeiten ebenfalls nachts, während der Ferien oder auch am Wochenende ausgeführt.

Um den Angestellten die besten und sichersten Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, achtet die CFL darauf, die Spannungsversorgung entlang des betroffenen Streckenabschnitts während der Arbeiten mit Hilfe von Erdungsstangen zu unterbrechen.

Erdungsstange

Erdungsstange

 

Das luxemburgische Eisenbahnnetz ist durch ein 25.000 Volt-50 Hertz-Wechselstromsystem versorgt. Drei Umspannwerke in Berchem, Belval und Walferdange versorgen das luxemburgische Bahnstromnetz.

Drei Umspannwerke in Berchem, Belval und Walferdange, versorgen das luxemburgische Bahnstromnetz.

Drei Umspannwerke in Berchem, Belval und Walferdange, versorgen das luxemburgische Bahnstromnetz.

Umfang der Umspannwerke

Umfang der Umspannwerke

 

Die Arbeiten auf der Linie 10 finden in Dommeldange, Lorentzweiler, Mersch und Ettelbrück statt (einschließlich Antenne in Richtung Diekirch). Dies erfordert die Schließung des Streckenabschnitts Ettelbrück – Luxemburg. Die Zwischenhalte werden ebenso von Bussen angefahren.

  • Es erspart dem Bahnnutzer häufiges Umsteigen.
  • Es ermöglicht, durchgehend auf einem Streckenabschnitt die Stromversorgung zu unterbrechen, um den Angestellten die sichersten Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.

Da die elektrische Versorgung von Luxemburg bis Ettelbrück und von Ettelbrück bis Diekirch unterbrochen ist, werden die belgischen Kollegen hinzugezogen, um die Spannungsversorgung auf den Streckenabschnitten Troisvierges – Ettelbrück und Kautenbach – Wiltz  zu übernehmen. (siehe folgende Karte)

Bauarbeiten Linie 10

Bauarbeiten Linie 10

Bei Arbeiten auf dem luxemburgischen Eisenbahnnetz muss die CFL den Verkehr so anpassen, dass die nationalen Frachtzüge ungehindert weiterfahren können. Luxemburg bleibt ein wichtiger Begegnungspunkt mehrerer transeuropäischer Langstreckenzüge. Ein europäischer Frachtkorridor, genannt „Nordsee-Mittelmeer-Korridor“, ermöglicht so dem Frachttransport das Vernetzen von Großbritannien und weiteren Nordseehäfen mit Marseille.

Ende September werden wir dieses Thema „Korridor“ auf unserem Blog noch genauer besprechen.