Technologien der neuesten Generation: Aramis und Auris

Einfach erklärt
// 4 Juli 2017

Neben sicherem und bequemem Zugfahren gehört die zeitnahe Übermittlung von wichtigen Informationen, z.B. bezüglich der Pünktlichkeit der Züge, zu den wichtigsten Missionen der CFL. Gerade Letzteres erfordert ein Höchstmaß an Genauigkeit und Schnelligkeit; zwei Eigenschaften, die insbesondere automatisierte Systeme mitbringen. Zwei solcher zukunftsweisenden Helfer sorgen bei den CFL für zuverlässige Informationsvermittlung: Die beiden Systeme Aramis und Auris fungieren als automatische Quelle für die verschiedenen Echtzeit-Kommunikationswerkzeuge der CFL-Kundeninformation – teilweise bereits heute, teilweise in naher Zukunft.

Aramis: die zentrale Dispositions- und Informationsschnittstelle

Anhand von Aramis, dem „Advanced Rail Automation Management and Information System“, verfügen Kunden in Echtzeit über Informationen über die Pünktlichkeit und den Standort ihres Zuges. Die Nutzung der über Aramis gewonnenen Daten zum Standort der jeweiligen Züge, und der Vergleich dieser Daten mit den Soll-Daten des offiziellen Fahrplans, erlaubt es den CFL, ihre Kunden, sowohl über die Smartphone-App als über die Homepage, in Echtzeit über eventuelle Verzögerungen oder Störungen auf dem Laufenden zu halten.

Dabei ist Aramis eigentlich ein System, das es den Fahrdienstleitern erlauben soll, im Konfliktfall schneller und effizienter Lösungen für die Normalisierung des Zugverkehrs zu finden. Aramis fungiert für die CFL als zentrale Schnittstelle für den Empfang, die Verarbeitung und die Übermittlung aller benötigten Fahrplan- und Verkehrsinformationen aus den unterschiedlichsten Quellen. Diese müssen nun „nur“ noch an die Kunden weitervermittelt werden. Genau hier kommt das System Auris zum Zuge.

Auris: der effiziente Vermittler

Das derzeit noch in Test befindliche Auris (kurz für „Automatisches Reisenden-Informations-System“) übermittelt wichtige Informationen an die Bahnreisenden. Dafür greift Auris, in Echtzeit und vollautomatisch, auf Aramis-Daten, zum Beispiel zu eventuellen Verspätungen oder Störungen, zurück und vermittelt diese anhand von dynamischen Anzeigetafeln und automatisierten Durchsagen an Kunden in Echtzeit weiter. Dies geschieht unter anderem anhand automatisierter Tonaufnahmen im „Text-to-Speech-Verfahren“, wobei schriftliche Texteingabe maschinengesteuert als akustische Sprache wieder ausgegeben wird. Ein einheitliches Design der Anzeigen und Ansagen im gesamten CFL-Netz vereinfacht die Wiedererkennung und Orientierung der Fahrgäste. Über das Auris-System erhalten Kunden zudem Informationen zu Gleisänderungen, durchfahrenden Zügen und Anschlusszügen am jeweiligen Bahnsteig. Durch den hohen Automatisierungsgrad von Auris werden Fahrdienstleister entlastet. Diese können sich somit voll und ganz auf die technische Konfliktlösung im Abweichungs- oder Störungsfall konzentrieren, ohne dabei die wichtige Fahrgastinformation zu vernachlässigen.

Das neue Auris-System wird während der derzeit laufenden Pilotphase an insgesamt 12 Bahnhöfen und -haltestellen im Süden und Südwesten des Großherzogtums getestet. Im Rahmen dieses Pilotprojekts erhalten zunächst 5 Stationen sowohl optische als auch akustische Fahrgastinformationen, also per Anzeigetafeln und Durchsagen: Belval-Université, Lamadelaine, Oberkorn, Pétange und Rodange. Ausschließlich über Durchsagen informiert werden die Fahrgäste an den Stationen Bascharage-Sanem, Belvaux-Soleuvre, Belval-Redange, Belval-Lycée, Differdange, Niederkorn und Schouweiler.

Das Zusammenspiel von Aramis und Auris

Generell kann man Aramis durchaus als Informations-Knotenpunkt verstehen, der durch unterschiedlichste Quellen gespeist wird. Die hohe Qualität und Präzision der übertragenen Daten ist das Resultat der effizienten Zusammenarbeit mehrerer Partner. Der allgemeine Fahrplan und seine Daten werden so z.B. an das Planungsmodul von Aramis übermittelt. Zugleich erhält Aramis, genauer gesagt dessen Dispositionsmodul, die aktuelle Position und Zeitlage der Züge. Gleichzeitig werden Prognosen und eventuelle Bahnsteigänderungen berücksichtigt und die zu ergreifenden Maßnahmen an das Planungstool des Systems übermittelt.

Das gesamte Spektrum der gesammelten Daten wird dann über den Aramis-Verteiler an die zentrale Schnittstelle Auris übertragen, wo sie wiederum automatisch weiterverarbeitet und als akustische und visuelle Informationen ausgegeben werden. Nur mit den von Aramis erhaltenen Daten kann die automatisierte Fahrgastinformation über Auris funktionieren. Diese vorbereitenden Prozesse laufen allesamt permanent, automatisiert und in Sekundenschnelle ab, damit seitens der CFL alle nötigen Maßnahmen schnellstmöglich ergriffen werden können und die zugehörigen Informationen direkt zu den Kunden gelangen. Diese werden dann über Internet, Smartphone-App, Anzeigetafeln, Durchsagen und natürlich über das CFL-Personal auf den neuesten Stand gebracht.

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