Seit dem 24.08. und bis zum 20.09.2026 verkehren keine Züge zwischen Luxemburg und Deutschland. Dafür gibt es einen guten Grund: Das wichtige Bauwerk, das täglich knapp 90 Güter- und Personenzüge von Luxemburg in die Bundesrepublik (und umgekehrt) trägt, erhält eine wichtige Jungkur. Knapp 30 Jahre sind seit den letzten Wartungsarbeiten (1995) vergangen. Nun stehen umfangreiche Arbeiten auf und unter der Brücke an.
Eine historisch wichtige Verbindung
Bereits 1861 wurde die ursprüngliche Grenzbrücke zwischen der preußischen Bauverwaltung und der Eisenbahngesellschaft Guillaume-Luxemburg erbaut.
1944 wurde die Brücke im Zweiten Weltkrieg zerstört.
1948 wurde mit dem Wiederaufbau der heutigen Stahlbeton-Doppelbogenbrücke begonnen.
1949 wurde zunächst der linke Bogen (Sauerseitig) in Betrieb genommen.
1950 erfolgte die Inbetriebnahme des rechten Bogens (Moselseitig).
Seitdem wird die Brücke von Luxemburg und Deutschland gemeinsam betrieben und gewartet. Die Grenze zwischen den Zuständigkeitsbereichen verläuft in Brückenmitte auf Höhe des Mittelpfeilers.
Alle (5) Jahre wieder : Kontrolle mit System
Alle fünf Jahre werden Bauwerke, darunter auch Brücken, von den Bauwerksprüfern der CFL untersucht. Eventuelle Mängel können so schnell identifiziert und behoben werden.
Auch die inzwischen sanierungsbedürftige Abdichtung wurde im Zuge einer solchen Sicherheitskontrolle identifiziert.
Wassereintritt als Grund zum Handeln
Bei einer der regelmäßigen Kontrollen wurde festgestellt, dass Regenwasser nicht durch die vorgesehenen Entwässerungsinfrastrukturen abgeleitet wird, sondern unkontrolliert in das Bauwerk eindringt. Ein klarer Grund zum Handeln.
Zusätzliche Baustudien bestätigten die generell gute Bausubstanz der Brücke, zeigten allerdings auch, dass die Abdichtung der Entwässerungsanlagen erneuert werden muss.
Letzte Woche wurde nach dem Entfernen der Gleise und des Gleisunterbaus mit dem Abbau von knapp 2.100 Tonnen Abbruchmaterial begonnen.Dieses Material wurde per Bagger auf die speziell in der Sauer angelegte Arbeitsplattform übertragen. Dort wurde es auf LKW verladen und fachgerecht entsorgtKnapp 6.000 Tonnen grobes Gestein waren nötig, unter anderem auch, um die Instandsetzungsarbeiten unterhalb der Brücke durchzuführen.Ein Bild verdeutlicht das Ausmaß der Abbrucharbeiten. Im Vordergrund ist die ursprüngliche Höhe der Gleise zu sehen, im Hintergrund die freigelegte Struktur des Brückenbogens.Nach dem Abtragen wird die gesamte Brückenfläche vorbereitet, damit anschließend die neue Abdichtung hergestellt werden kann.Der unkontrollierte Wassereintritt hat bereits einige Schäden verursacht. Die betroffenen Stellen werden derzeit unterhalb der Brücke instandgesetzt.
Aktuell laufen die Arbeiten, auch dank der guten Wetterlage laut Plan. Wenn die Züge wieder auf der Strecke Luxemburg – Wasserbillig – Trier sind die Instandsetzungsarbeiten an der Brücke allerdings noch nicht abgeschlossen. Unterhalb der Brücke werden diese nach bis ins ins letzte Quartal des Jahres fortgesetzt.