Es gibt diese Momente auf einer Baustelle, die selbst erfahrene Projektverantwortliche innehalten lassen. Einer dieser Momente spielte sich kürzlich in Howald ab.
Letzte Woche hing wortwörtlich nicht nur Spannung in der Luft. Hoch in der Luft glitten geradezu schwerelos sieben Tonnen schwere Stahlelemente. Alle Augen, auch jene von Projektleiter Louis und Julien, Projektleiter im Bereich Bauingenieurwesen, ruhten auf einen von insgesamt acht großformatigen Rolltreppenelementen.
Der sich auf der gleisüberspannenden Brücke befindliche Kran bewegte, knapp neben dem Tramhalt „Howald Gare“, die beeindruckenden Rolltreppenelemente zentimeterweise an ihren Bestimmungsort. Für die Passantinnen und Passanten mag es wie eine spektakuläre Hebeaktion ausgesehen haben. Für die Teams vor Ort war es das Ergebnis von Monaten intensiver Vorbereitung.
Und während die schweren Elemente ihren Platz fanden, wurde eines immer deutlicher: Das Projekt Howald befindet sich ganz klar auf der Zielgeraden.
„Es macht schon viel Freude zu sehen wie alle Teile eines riesigen Puzzles langsam aber sicher ineinander greifen.“ Verrät uns Louis, Projektleiter der Umsteigeplattform Howald. Bereits seit 2017 arbeitet er gemeinsam mit seinem Team und zahlreichen CFL Kolleginnen und Kollegen daran, die Mobilität in Howald ein Stück weit neu zu erfinden. Es sind insbesondere die letzten zwei Jahre, die Louis geprägt haben.
„Es ist schon unglaublich zu sehen, wie sich das Projekt auch vor allem in den letzten zwei Jahren entwickelt hat.“
Louis, Projektleiter Umsteigeplattform Howald
„Dass wir uns jetzt auf der Zielgeraden befinden können verdanken wir dem Einsatz eines jedes Einzelnen. Jeder, ob CFL oder externer Mitarbeitende hat einen Beitrag zum Projekt geleistet ohne den es die Umsteigeplattform nicht geben würde“.

Wer heute über die Baustelle blickt erkennt direkt, dass sich seit der Eröffnung von Howald im Jahre 2017 sehr viel getan hat. Eine markante Fußgängerbrücke spannt sich über die Gleise, ein weiterer Bahnsteig hat sich zu dem 2017 in Betrieb genommenen Bahnsteig dazugesellt. Aufzüge und Treppen sichern das einfache Umsteigen von Bahn auf Bus und Tram. Ein Bild moderner Mobilität zeichnet sich ab.
Die Installation der Rolltreppen, die in naher Zukunft, neben Treppen und Aufzügen, Tram und Bahnhalt miteinander verbinden werden rundet dieses Bild moderner Mobilität nun ab. „Es ist schon eine gewisse Ausnahme, Rolltreppen dieser Größenordnung in einem unserer Projekte einzubauen“, erklärt Julien, der die Arbeiten vor Ort begleitet. „Und natürlich ist es ein Moment des Stolzes zu sehen, wie sich das Projekt Schritt für Schritt vollendet.“
Lesen Sie auch: Hoch hinaus in Howald
Gerade die Montage der Rolltreppen verdeutlicht, wie viel Präzision hinter einem scheinbar einfachen Bauelement steckt. Jede Rolltreppe wird in zwei Teilen angeliefert. Insgesamt mussten acht Elemente montiert werden.
Die meisten Komponenten werden bereits im Werk vormontiert und anschließend per Schwertransport nach Luxemburg transportiert. Auf der Baustelle folgt der entscheidende Augenblick: die exakte Positionierung und das Zusammenfügen der einzelnen Teile.






Mehrere Tonnen schwere Bauteile werden über Gleisanlagen bewegt. Gleichzeitig befinden sich die Arbeiten in unmittelbarer Nähe der Oberleitungen, die bei laufendem Zugbetrieb 25.000 Volt Spannung für den Zugbetrieb transportieren würden.
„Wir können hier keine Kompromisse bei der Sicherheit eingehen“, betont Julien. „Es geht nicht nur um die Rolltreppen selbst. Rund um die Montage finden zahlreiche weitere Arbeiten statt, bei denen schwere Elemente bewegt und große Hebebühnen eingesetzt werden. Mit Reisenden auf den Bahnsteigen oder fahrendem Zugverkehr wäre das schlicht nicht möglich.“
Tatsächlich sind die Rolltreppen nur ein Teil des Gesamtprojekts. Während die spektakulären Hebearbeiten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, arbeiten zahlreiche Teams gleichzeitig an Überdachungen, technischen Anlagen, Beleuchtung, Verkleidungen und den letzten Ausbauschritten der neuen Infrastruktur.
Gerade dieses Zusammenspiel macht den Erfolg des Projekts aus.
Ingenieurinnen und Ingenieure, Bauleiter, Techniker, Monteure, Sicherheitsverantwortliche und zahlreiche Partnerunternehmen ziehen seit Jahren an einem Strang. Viele der Beteiligten begleiten Howald bereits seit den ersten Planungsphasen.
„Die größte Herausforderung ist oft die Koordination aller Beteiligten“, erzählt Julien. „Dabei müssen alle Mitarbeitenden eine gleiche Vorstellung von Präzision und Sicherheit haben“.
In den kommenden Wochen wird der Einbau der Rolltreppen fortgesetzt. Hierzu gehört der Einbau der notwendigen Technik sowie der Überdachung dder Rolltreppen.
Dann stehen noch die letzten technischen Arbeiten und die Fertigstellung der Zugänge an. Doch schon jetzt lässt sich erahnen, wie Reisende den Bahnhof künftig erleben werden: kürzere Wege, besser geschützte Zugänge und ein nahtloser Übergang zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln.
Oder, wie man auf der Baustelle inzwischen mit einem Lächeln sagt: Was lange währt, wird endlich gut.
Und vielleicht ist genau das der schönste Eindruck, den man heute aus Howald mitnimmt. Nicht die tonnenschweren Rolltreppen, die über den Gleisen schweben. Nicht die beeindruckenden Bauwerke aus Stahl und Beton. Sondern die Tatsache, dass hinter all dem Menschen stehen, die gemeinsam daran gearbeitet haben, aus einer Vision Stück für Stück Realität werden zu lassen.
